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Ratgeber
Grün wie das Leben 
 
Grün ist die Farbe des Lebens. Das Gras ist grün und auch die Blätter, die an den Bäumen sprießen und den Frühling einläuten. Grün ist die Farbe des Wachstums – egal ob in der Natur oder symbolisch. Deshalb ist Grün auch die Farbe der Hoffnung, der Zuversicht, der Harmonie und der Erneuerung. Auch Frische, Erholung, Entspannung und Gesundheit verbinden wir mit Grün. Es ist also kein Zufall, dass die Logos vieler Krankenkassen die Farben Grün und Weiß tragen. Und nicht zuletzt steht Grün für Sicherheit und Freiheit: Die grüne Ampel signalisiert uns, dass wir gefahrlos die Straße überqueren dürfen, auch Notausgänge sind grün gekennzeichnet. Grün wirkt beruhigend, fördert die Konzentration und schafft eine angenehme Atmosphäre.

Mit der Farbe Grün verbinden wir aber auch Negatives. Zum Beispiel Unreife (jemand ist ein „Grünschnabel“ oder „noch grün hinter den Ohren“) oder Giftiges („giftgrün“). Deshalb ist Grün auch die Farbe des Neides („grün vor Neid“), denn Neid kann Beziehungen vergiften.

Ein Kleid fürs Glück

Haben Sie gewusst, dass die Bräute in Alt-Palästina früher grüne Hochzeitskleider trugen? Sie verbanden mit der Farbe die Hoffnung auf Glück und Fruchtbarkeit.

Einfach nur greenery!

Das amerikanische Farbforschungsinstitut Pantone hat „Greenery“ zur Farbe des Jahres 2017 bestimmt. Greenery bedeutet soviel wie Grünzeug. Es erinnert an junge Triebe und einen Schuss Kartäuserlikör, an weiches Moos und Matchatee und das saftige Innere einer Avocado. Im Jahr 2000 ermittelte das Institut erstmals die „Farbe des Jahres“. 2013 hatte dann das erste Mal ein Grünton die Nase vorn. Damals hieß der Farbton „Emerald“. Das dunkle Grün stand damals für Schönheit und Sinnlichkeit, für Lodenmäntel und Edelsteine.

Politisches Bekenntnis

Eine Farbe kann auch ein politisches Bekenntnis sein. So wird in Deutschland die Farbe Grün der Partei Bündnis 90/Die Grünen zugeordnet. Zurückzuführen ist dies auf die Assoziation der Farbe Grün mit der Natur und Vegetation – deren Schutz sich die Partei in ihrem Programm verschrieben hat. Grün ist ebenfalls ein Symbol der Freiheit. Übrigens: Kaum eine andere Partei setzt so intensiv und langfristig auf ihre Traditionsfarbe wie „Die Grünen“.

So speisen Götter

Grüne Götterspeise trägt mitunter den wenig appetitlichen Namen „Froschsülze“. Für die grüne Farbe der Süßspeise sorgt übrigens nicht der Waldmeister – er gibt der Götterspeise „nur“ das typische Aroma. Das satte Grün kommt meist mit Lebensmittelfarbe. Neben Götterspeise oder Froschsülze sind auch Bezeichnungen wie Wackelpudding oder Wackelpeter gebräuchlich. Der Name „Wackelpeter“ soll aus dem 19. Jahrhundert stammen. Damals war es üblich, den Namenszusatz „Peter“ zu nutzen, um etwas zu umschreiben – wie zum Beispiel bei „Hackepeter“.

Hilfe bei Herzschmerz

In grünen Räumen fühlen wir uns sicher und geborgen. Und Grün macht kreativ und hilft dabei, die Gedanken frei schweifen zu lassen! Das hat eine Studie der Psychologin Stephanie Lichtenfeld von der Ludwig-Maximilians-Universität in München bestätigt. Da grüne Räume gleichermaßen freundlich, erholsam und geistig anregend wirken, ist Grün die ideale Farbe für das Arbeitszimmer. Ein grünes Outfit wirkt offen, seriös und großzügig. In der Farbtherapie wird die Farbe bei Herzkrankheiten, Kummer und Trauer eingesetzt, es wirkt herzstärkend und ausgleichend. Wer grün liebt, ist oft hilfsbereit, ausgeglichen und tolerant.

Es grünt so grün...

Professor Higgins will es wissen: In dem 1956 in New York uraufgeführten Musical „My fair Lady“ möchte der angesehene Phonetiker der Blumenverkäuferin Eliza Doolittle eine gute, stilvolle Sprache beibringen. Von früh bis abends muss Eliza sprechen üben. Der Satz „Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ wird beim Sprachunterricht zu einer besonderen Herausforderung. Doch Eliza gelingt der phonetische Durchbruch: Sie spricht „g“ statt „j“, „ei“ statt „e“ und nicht „i“, sondern „ü“. Am Ende wird die Blumenverkäuferin sogar für eine ungarische Prinzessin gehalten. Übrigens in der englischen Originalfassung des Textes ist von der Farbe Grün überhaupt keine Rede. Hier muss Eliza mit dem Zungenbrecher-Satz „The rain in Spain stays mainly in the plain“ kämpfen.

Flatternde Oasen

Grün findet sich auch in den Nationalfahnen der meisten Wüstenstaaten. Das Überleben in den Weiten der endlosen Wüsten ist nur gesichert, wenn man rechtzeitig eine grüne Oase erreicht.

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