Menü
Anmelden
Home Sonderthemen Jüterbog & Luckenwalde Brandenburgs Bildungsministerium stärkt Berufstätigen den Rücken mit Rechtsanspruch auf Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen
12:59 06.03.2018
Auf die Weiterbildung besteht ein Rechtsanspruch. FOTOS: DPA
Akademie für Sozial- und Gesundheitsberufe GmbH
Anzeige

Brandenburgs Bildungsministerium will Berufstätige im Land künftig verstärkt über ihren bestehenden Rechtsanspruch auf Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen aufklären. Dazu ist ein neuer Flyer erschienen, dessen erste Auflage von 3000 Stück bereits kurz nach Erscheinen vergriffen war. Weitere 4000 Stück sind vorbestellt.

Laut Brandenburgischem Weiterbildungsgesetz haben Beschäftigte einen Anspruch auf bezahlte Freistellung für anerkannte Veranstaltungen an zehn Tagen innerhalb von zwei Jahren. Laut Ministerium waren 2016 aber nur 3787 Freistellungen gemeldet worden. Allerdings sei von einer höheren Zahl auszugehen, da die Berichte der Veranstalter derzeit noch unvollständig seien. Vielen Erwerbstätigen sei offenbar ihr Anspruch auf solche Befreiungen von der Arbeitszeit unbekannt, so das Ministerium. Freistellungen fielen insbesondere kleineren Unternehmen schwer. Bei größeren Firmen klappt es dagegen reibungsloser. 


62 Prozent der Veranstaltungen galten der Berufsweiterbildung


2016 hatten laut Ministerium insgesamt 674 Veranstalter Anträge für anerkannte Weiterbildungen gestellt. Davon kamen 113 aus Brandenburg, 121 aus Berlin, 203 aus sonstigen Bundesländern und 237 aus dem Ausland. Anerkannt wurden 5847 Veranstaltungen. 62 Prozent davon galten der beruflichen, 21 Prozent der kulturellen und 17 Prozent politischer Weiterbildung.

So hat inzwischen bereits knapp die Hälfte der Hochschulen in Deutschland (48 Prozent) entsprechende Kurse und Programme in ihrem Angebot. Das geht aus der Studie „Trendmonitor Weiterbildung“ des Stifterverbands hervor. Allerdings arbeiten viele dieser Hochschulen dabei nur mit wenigen Unternehmen zusammen: Lediglich ein knappes Viertel der Universitäten und Fachhochschulen in der Studie hat laut der Untersuchung mehr als zehn Kooperationspartner, 38 Prozent haben aber nicht mehr als drei.

In Zukunft könnten es aber noch deutlich mehr werden Drei Viertel der teilnehmenden Hochschulen gehen davon aus, dass der Markt für die betriebliche Weiterbildung auch künftig weiter wachsen wird.


Überstunden und billige Arbeitskräfte

Auszubildende klagen über Realität in der Lehre

Immer nur Akten kopieren? Azubis fühlen sich oft als billige Arbeitskräfte missbraucht. FOTO: DPA
Immer nur Akten kopieren? Azubis fühlen sich oft als billige Arbeitskräfte missbraucht. FOTO: DPA

Regelmäßige Überstunden und übermäßiger Druck vom Chef verleiden vielen Auszubildenden laut einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) derzeit ihre Ausbildung. Vor allem im Hotel- und Gaststättengewerbe klagen viele Azubis laut DGB über die Zustände.

„In der Ausbildung als billige Arbeitskräfte missbraucht zu werden, das ist die Realität in dem Bereich“, sagt die DGB-Vize-Chefin Elke Hannack. Auch Berufe aus dem Handwerk wie Friseure und Lebensmittel-Fachverkäufer sowie Fachangestellte in Zahnarztpraxen finden sich am unteren Ende der Bewertungen in der vorgelegten Untersuchung.

Insgesamt leistet über ein Drittel der Azubis regelmäßig Überstunden. Im Schnitt sind es 4,2 Stunden mehr. Von diesen Azubis bekommen laut DGB dabei mehr als 13 Prozent weder Bezahlung noch Freizeitausgleich. Für 35 Prozent liegt kein betrieblicher Ausbildungsplan vor. Mehr als jeder zehnte Azubi übt regelmäßig der eigentlichen Ausbildung fremde Tätigkeiten aus.

„Je größer der Betrieb, desto höhere Zufriedenheit mit der Ausbildung gibt es“, sagt DGB-Jugendsekretärin Manuela Conte. Am zufriedensten sind augenblicklich Mechatroniker, Zerspanungstechniker, Elektroniker, Industriemechaniker und Industriekaufleute. Der DGB fordert Bund und Länder auf, künftig mehr in die Berufsschulen zu investieren. Dringend gebraucht werde ein Berufsschulpakt, mit dem sich Bund und Länder verpflichten, künftig mehr Geld in die Hand zu nehmen. Technische Modernisierung und mehr Lehrkräfte seien dabei ebenso nötig. Nur 58 Prozent der befragten Azubis loben laut DGB die Qualität des derzeit bestehenden Berufsschulunterrichts.


Rewe
5
/
6
Anzeige
Datenschutz