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Ratgeber
Von Ulrich Nettelstroth  

Das Blau des Rittersporns harmoniert perfekt mit dem Rot der Rosen. Im Bauerngarten von Charis Schwinning und Wolfgang Fabian im zu Potsdam gehörenden Dörfchen Kartzow wachsen die Pflanzen nicht in Reih und Glied, es gibt auch keine sauber geharkten Freiflächen. Unter den Blumen machen sich manchmal auch Walderdbeeren oder Kräuter breit. Aber alles ist genau geplant, jede Pflanze hat ihren wohldefinierten Platz. Genauso wie die Veränderungen im Jahresverlauf. Ein Rot etwa zeigt sich im Frühjahr zuerst bei den Tulpen, wird dann von der Iris aufgenommen. Noch während diese abblüht, zeigen sich die Rosen, nach diesen Phlox und schließlich Astern. „Die Farbfackel wird weitergegeben“, nennt Charis Schwinning dieses Prinzip. Für die 59-Jährige sind Farben etwas ungeheuer wichtiges, denn sie ist Malerin. Seit 1990 lebt die studierte Restauratorin überwiegend von der und für die Blumenmalerei.

Meist zweimal im Jahr können auch Besucher den Bauerngarten in Kartzow selbst erleben, im Rahmen der „Offenen Gärten Berlin-Brandenburg“. „Wir sind von Anfang an dabei“, erinnert sich Schwinnings Lebensgefährte, der Schriftsteller Wolfgang Fabian. Das war 2002, als nur im Raum Potsdam eine Handvoll Gartenbesitzer teilnahmen. In diesem Jahr sind es 119 in ganz Brandenburg und Berlin (s. Kasten). Das Künstlerpaar beteiligt sich, weil dadurch ein schöner Austausch mit anderen Gartenliebhabern möglich ist. Kontaktfreudig sind sie sowieso, bieten in Bauernhaus und Nebengebäude Kochkurse und Lesungen an.

Die Pflanzen wachsen nicht in Reih und Glied – aber alles im Garten von Charis Schwinning ist geplant.
Die Pflanzen wachsen nicht in Reih und Glied – aber alles im Garten von Charis Schwinning ist geplant.
Zu den Lieblingsblumen von Charis Schwinning gehören Phlox und alte Rosen, besonders aber der Rittersporn – eine Symphonie in verschiedenen Blautönen. „Sopran“ oder „Sternennacht“ heißen die Sorten zum Beispiel, Züchtungen des Potsdamer Gärtners und Gartenphilosophen Karl Foerster. Indem Charis Schwinning sie in ihrem Garten pflanzt, leistet sie ihren Beitrag zum Erhalt der Sorten. Die Malerin verehrt Karl Foerster, der zum Beispiel die Gärten auf der Freundschaftsinsel in Potsdam angelegt hat und dessen Lebenswerk im Foerster-Garten in Potsdam-Bornim besichtigt werden kann. Und Charis Schwinning braucht den Garten für ihre Malerei. „Ich male ausschließlich draußen“, erklärt sie. Mit der Staffelei direkt am Beet und den lebendigen Pflanzen als Modell. Sie muss die Farben und das Licht in der Natur einfangen und dabei auch den Wind und die Düfte spüren.

Das Grundstück von Schwinning und Fabian ist 3000 Quadratmeter groß. In einem Gehege leben einige Hühner und ein Hahn, auch drei Ziegen gehören zum Haushalt. 60 Obstbäume wachsen auf einer Streuobstwiese, die regelmäßig mit der Sense gemäht wird, um Heu für die Tiere zu gewinnen. Im Herbst sind die Heckenrosen voller Hagebutten, an der Scheunenwand rankt Wein. „Wir leben jeden Tag im Garten“, sagt Wolfgang Fabian. Seit 1992 ist das schon so. Das aus Potsdam stammende Künstlerpaar hatte das Grundstück bei einer Fahrradtour entdeckt. Das ländliche Grundstück in der Nähe der Stadt passte für sie. Jetzt ist dem Garten anzusehen, wie lange schon und mit wie viel Liebe er gepflegt wird. Den Rittersporn etwa schneidet Charis Schwinning Ende Juni nach der Blüte auf zehn Zentimeter herunter. Alle zwei Jahre wird er umgepflanzt und bekommt dabei ordentlich Kompost und verrotteten Mist unter die Erde. Dabei teilt sie die Stauden gleich, damit sie genug Platz haben und vom Wind gut umspielt werden. Dann kann sich kein Mehltau entwickeln, so ihr Tipp.

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