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Ratgeber
Von Ulrich Nettelstroth

Durch einen Teich wird jeder Garten schöner, da ist sich Detlef Leue sicher. „Man holt sich Leben in den Garten“, bekräftigt der gelernte Zierfischzüchter, der in Kloster Lehnin (Potsdam-Mittelmark) den Lehniner Koigarten betreibt. Von der Terrasse aus kann ein Teichbesitzer nicht nur Fische und Frösche beobachten, auch die Insekten- und Vogelwelt wird vielfältiger, wenn eine Wasserfläche in den Garten integriert ist. „Außerdem verändert sich das Kleinklima positiv“, sagt Leue. An heißen Sommertagen sorgt der Teich für spürbare Abkühlung.

Der Lehniner Koigarten, das ist ein 4000 Quadratmeter großes Grundstück, nahe am Klostersee mitten im Wald gelegen, mit rund 20 Teichen unterschiedlicher Größe. Detlef Leue und seine Lebensgefährtin Kerstin Schröder, eine gelernte Gartenbauingenieurin, haben sich hier in 20-jähriger Arbeit selbst verwirklicht, Teiche gestaltet und üppig bepflanzt. In einigen Becken ziehen große Kois elegant ihre Bahnen zwischen den Seerosen.

Libellen schweben über anderen Teichen mit Goldfischen und Forellenbarschen. In kleineren Teichen werden einheimische Arten wie Bitterling, Elritze oder Moderlieschen gehalten. Fischzüchter sprechen da auch von Biotopfischen. Und überall haben sich die Frösche ausgebreitet, überwiegend Grasfrösche die mit einem Sprung ins Wasser flüchten, wenn sich ein Besucher einem Teich nähert.

Mehr Sorge als vor menschlichen Besuchern müssten die Amphibien vor den Ringelnattern haben, die auf dem Naturgrundstück oft zu Gast sind. Sind die Frösche oder Kleinfische nicht schnell genug, kann die Schlange Beute machen. „Das ist das biologische Gleichgewicht“, sagt Leue. Es zeigt sich auch in Form des Entenpärchens, das häufig einen Gang durch den Garten macht und Schnecken vertilgt. Wo die Natur selbst für Ausgleich sorgt, muss der Gärtner nicht mit Schädlingsbekämpfungsmitteln eingreifen, die oft schwer abschätzbare Folgewirkungen haben.

Wer in seinem Garten einen Teich anlegen will, der muss zunächst einmal eine passende ebene Fläche dafür auswählen. „20 Quadratmeter sollten es mindestens sein“, sagt Koigärtner Leue. Schließlich muss auch genügend Platz für einen Uferbereich mit der passenden Vegetation sein. Eine tiefe Zone mit mindestens 1,50 Meter Wassertiefe ist als Rückzugsraum für die Fische wichtig. Daneben wird eine Flachwasserzone mit Sumpfpflanzen gestaltet.

Der Bodenaushub kann entweder abgefahren werden oder einen dekorativen Hügel bilden, von dem aus ein kleiner Wasserlauf in den Teich geführt werden kann. Ein kleiner Wasserfall beruhigt nicht nur durch das angenehme Plätschern, sondern führt dem Wasser auch Sauerstoff zu, der für die Fische wichtig ist.

Bei richtiger Bepflanzung bleibt das Wasser auch ohne teure Filtertechnik klar, meint Detlef Leue. Er hält auch nicht viel von vorgefertigten Teichbecken aus dem Katalog. Jedes Becken sollte nach den örtlichen Gegebenheiten individuell mit Teichfolie gestaltet und bepflanzt werden, sagt er. Wichtig sei es, die Uferbereiche sorgfältig zu gestalten und die Folie möglichst an keiner Stelle Luft und Sonne auszusetzen. Sonst drohten frühzeitige Lecks. Auch für den Fischbesatz will er nichts von starren Regeln wissen. „Da spielen zu viele Faktoren mit“, so Leue.

Der 1954 geborene Fischzüchter hat sich schon als Kind für Fische begeistert. „Mit fünf hatte ich mein erstes Aquarium“, berichtet er. Auch heute begeistert er sich für tropische Fische. In jedem Winter fliegen Leue und Schröder nach Brasilien, wo er in einem klaren Nebenfluss des Amazonas tauchen geht. Vom Frühjahr bis zum Spätherbst werden im Koigarten die Fische und Pflanzen versorgt. Leue und Schröder gestalten Teiche und beraten beim Teichbau, verkaufen Stauden und Teichpflanzen und etwa 25 Fischarten, darunter auch Störe. Und ihr Garten steht auch für kostenlose Besichtigungen offen. Nur 800 Meter Fußweg sind es vom Zisterzienserkloster Lehnin bis zum Koigarten, am Klostersee entlang und durch den Wald. Wenn den Besuchern die Teichlandschaft gefallen hat, können sie eine Spende geben.

Info:
www.lehniner-koigarten.de
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