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Ratgeber
Von Ulrich Nettelstroth  

Brandenburg ist ein Fledermausland. 18 der 25 in Deutschland lebenden Fledermausarten sind hier anzutreffen – von der gerade einmal fünf Gramm leichten Zwergfledermaus bis zum Abendsegler, der bis zu 50 Gramm auf die Waage bringt. Sobald es dunkel wird, kommen die nachtaktiven Säugetiere, die sich mit Echolotortung orientieren, aus ihren Verstecken und machen sich auf die Jagd nach Insekten. Das ist für die Flattertiere ein aufreibender Job, denn manche Arten müssen pro Nacht bis zu einem Drittel ihres Eigengewichts an Mücken oder Faltern vertilgen.

Einige Arten sind aber vom Aussterben bedroht oder gefährdet. „Ursache für die starken Bestandseinbrüche der meisten Fledermausarten in den vergangenen Jahrzehnten ist vor allem die intensive Landwirtschaft“, sagt Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbunds Nabu. Auf endlosen Maisfeldern sind Insekten, die als Nahrungsgrundlage für Fledermäuse wie für Vögel dienen, inzwischen Mangelware. Akut vom Aussterben bedroht sind die Große und Kleine Hufeisennase sowie die Wimpern- und Mopsfledermaus.

Zum Fledermausschutz kann jeder Gartenbesitzer etwas beitragen. Nicht nur Nahrungsmangel, sondern auch Wohnungsnot bedroht die einzigen flugfähigen Säugetiere. Werden alte Bäume gefällt, Höhlen und Stollen verfüllt und an den Häusern alle Ritzen verschlossen, dann fehlen den Tiere Quartiere, in denen sie die Tagstunden und den Winter verbringen können. Wessen Haus über geeignete Hohlräume am und im Dachboden verfügt, der sollte diese nicht verschließen. Bei bekannten Fledermausquartieren dürfen Sanierungsarbeiten und Umbauten nur nach Rücksprache mit dem Landesumweltamt Brandenburg in Angriff genommen werden.

Bei großen Quartieren hilft eine Zwischendecke oder eine spezielle Folie, die den Fußboden vor den Hinterlassenschaften der Tiere schützt. Im Garten können an großen Bäumen Fledermauskästen aufgehängt werden.

Wer den Flattertieren bei der Nahrungssuche helfen will, kann nachtblühende, nektarreiche Blütenpflanzen ansiedeln, wie die Nachtkerze, die Rote Lichtnelke und die Wegwarte. Diese locken Nachtfalter an, die Lieblingsspeise der Fledermäuse.

In der Batnight, die international Ende August begangen wird, kann man Fledermäuse erleben. In diesem Jahr organisiert der Nabu am 26. und 27. August bundesweit über 250 Veranstaltungen. In Potsdam startet am 26. August um 19.30 Uhr eine Exkursion an der Friedenskirche. Auch in Biesenthal (Barnim), Angermünde (Uckermark), Bad Freienwalde (Märkisch Oderland) und Berlin-Spandau gibt es Fledermaus-Erlebnistouren.

Info

www.nabu.de/batnight.html
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