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Von Gerald Dietz

Um Muskelkater vorzubeugen oder zu lindern, heißt es nicht nur, bewusster zu trainieren. Auch die richtige Würze kann helfen. Eine kürzlich veröffentliche Studie der University of Tsukuba in Japan weist auf die positiven Auswirkungen etwa von Kurkuma als Hauptbestandteil von Currypulver zur Muskelerholung hin. Nicht nur das: Gewürze – besonders scharfe – wirken für das gesundheitliche Wohlbefinden auf vielfältige Weise und machen in gewisser Hinsicht sogar glücklich.

In der japanischen Studie gaben alle Probanden an, deutlich weniger Schmerzen nach intensivem Training zu empfinden, wenn sie regelmäßig das im Kurkuma enthaltene Curcumin zu sich nehmen. Der Stoff unterstütze die Regeneration der Muskeln und fördere die Gesundheit der Gefäße, so die Forscher.

„Oder einfach einen leckeren Ingwer-Tee mit ein wenig naturbelassenem Honig trinken“, rät Daniel König, Geschäftsführer der Manufaktur Bremer Gewürzhandel. Das Heißgetränk kann ähnliche Wirkung haben. Botanisch mit Kurkuma verwandt, wirkt die gelbe Knolle ebenfalls gut im Kampf gegen schwere Glieder. Ingwer reduziert oft Schmerzen und senkt darüber hinaus den Cholesterinspiegel.

"Alles in allem sind scharf zubereitete Speisen eine gesunde Sache."

Astrid Hopfengart, KKH-Krankenkasse

Cayennepfeffer trägt gleich mehrfach zu einem bewussten Lebensstil bei. „Die gemahlenen Chilis heizen dem Körper kräftig ein und können Stoffwechsel und Fettverbrennung beschleunigen“, sagt König. Besondere Bedeutung habe dabei das in Chili- und Paprikaschoten enthaltene Capsaicin, so Astrid Hopfengart vom Serviceteam der KKH-Krankenkasse in Potsdam. Capsaicin erweitert demnach die Gefäße und führt zur besseren Durchblutung, auch der Schleimhäute. „Die Folge ist daher ein erhöhtes Geschmacksempfinden“, erklärt Hopfengart. Zudem steigere Capsaicin die Magensaftproduktion, was fette Speisen verdaulicher werden lässt. Vermehrter Speichelfluss durch die Schärfe stellt mit seiner Spülfunktion auch einen Schutz für die Zähne dar.

Kurkuma im Curry oder auch der verwandte Ingwer helfen bei schweren Gliedern.
Kurkuma im Curry oder auch der verwandte Ingwer helfen bei schweren Gliedern.
Auch die Psyche profitiert: „Schärfe ist keine Geschmacksart wie salzig, bitter oder süß, sondern eher eine Reaktion auf Schmerzen“, so Hopfengart. Der so ausgelöste Schmerzreiz lasse den Körper Endorphine ausschütten, die für die Glücksgefühle verantwortlich sind.

Auch dem Muskelapparat kann die Schärfe durchaus guttun. Bei akutem Muskelkater verspreche das Gewürz deutliche Linderung und könne Abhilfe bei schmerzenden Bewegungen schaffen, erklärt König vom Bremer Gewürzhandel. Wer die Schärfe des Pfeffers scheut, kann ihn in Olivenöl lösen und direkt auf die betroffenen Partien auftragen.

„Alles in allem sind scharf zubereitete Speisen eine gesunde Sache“, sagt Hopfengart, „vorausgesetzt, man übertreibt es nicht“. Ein übermäßiger Verzehr von scharfen Gewürzen oder Gemüsen, insbesondere von Chilis, kann die Gesundheit durchaus auch gefährden. Neben Magen- und Darmbeschwerden, Sodbrennen, Übelkeit und Atemnot soll ein allzu häufiger Verzehr von scharfen Essen sogar Speiseröhrenkrebs verursachen.

Auch bei den Gegenmaßnahmen gegen zu viel Schärfe ist Vorsicht geboten. Wenn es im Mund doch einmal zu stark brennt, auf keinen Fall mit Wasser „löschen“. Capsaicin ist wasserlöslich und würde sich im Mund damit nur weiter verteilen und die Schärfe so noch erhöhen. Hopfengart: „Etwas Fettiges, wie zum Beispiel Joghurt, Quark oder Vollmilch, ist dagegen hilfreich gegen die ‚Höllenschmerzen‘ im Mund.“

Auch Kaffee hilft bei Muskelkater

Für viele ist ein Mittel gegen schmerzende Glieder wohl besonders leicht im Alltag zu integrieren. Ein oder zwei Tassen Kaffee können den Muskelkater deutlich eindämmen.

Auch eine US-Studie zeigt, dass der Kaffee-Konsum das Schmerzempfinden der Muskeln um bis zu 46 Prozent senkt. Grund: Das Koffein blockiert die körpereigenen Rezeptoren für Adenosin, das bei Entzündungen gebildet wird, und schiebt dem Schmerz einen Riegel vor.
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