Volltextsuche über das Angebot:

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Ratgeber
Von Gerald Dietz 

Ob Eigentumswohnung oder Ersparnisse – wer etwas besitzt, möchte sein Hab und Gut nach dem Ableben in guter Hand wissen. Doch seien es Spitzensteuersätze bis zu 50 Prozent oder Regeln bei Erbschaften im Ausland, der Nachlass kann schnell schrumpfen.

Grundsätzlich erhebt der Staat in Deutschland auf alle Nachlässe Erbschaftssteuern, so Rechtsanwalt Carl-Christian Thier von der deutschamerikanischen Kanzlei Urban Thier & Federer P.A Die Höhe hänge dabei von vielen Faktoren ab. Prinzipiell gilt demnach: Je enger das Verwandtschaftsverhältnis, desto höher sind die Freibeträge und desto niedriger die Steuersätze.

Um hohen Abgaben zu entgehen, lohnt sich oft eine Stückelung.

Carl-Christian Thier, Rechtsanwalt

„Wer seine Erben frühzeitig benennen kann, sollte bestehende Verhältnisse durch eine eingetragene Lebenspartnerschaft, Eheschließung oder Adoption für rechtmäßig erklären, um bei einer Vererbung hohe Steuersätze zu vermeiden“, rät Thier. Liegt der Gesamtwert des Erbes über dem Freibetrag, wird die Differenz nach dem jeweils gültigen Satz besteuert.

„Um hohen Abgaben über den Freibetrag hinaus zu entgehen, lohnen sich oft eine frühzeitige Stückelung des Erbes und damit einhergehende Schenkungen an Angehörige“, so Thier. Jedoch sollten frühe Hinterlassenschaften durchdacht sein, bildet das Vermögen oft die Absicherung fürs Alter. Dafür gibt es laut Thier Regeln: Eine Schenkung kann innerhalb von zehn Jahren rückgängig gemacht werden, wenn der Geber in finanzielle Not gerät. Bei Immobilien kann die Inanspruchnahme des sogenannten Nießbrauchs Schenkenden eine lebenslange Unterkunft oder Mieteinnahmen sichern.

Komplizierter wird es nach Angaben Thiers, wenn der Erblasser im Ausland lebt oder sich das Erbe etwa in Form von Immobilien im Ausland befindet. Denn in puncto Erbrecht weichen die Regelungen von Land zu Land stark voneinander ab. Generell wird zuerst in dem Land besteuert, in dem sich das Erbe befindet.

Ein Wohnsitz oder Ferienhaus in den USA oder andere Vermögenswerte unterliegen zunächst der US-Nachlasssteuer. Hier wird die Steuer vor der Aufteilung aus dem Nachlass bezahlt und nicht durch jeden Begünstigten.

Reisekostenrecht: Neue Steuerregeln für Pendler und Geschäftsreisende

Ab 2014 können Berufstätige leichter zwischen Pendlerpauschale und Dienstreisepauschale unterscheiden. Insgesamt gibt es Gewinner und Verlierer des neuen Reisekostenrechts.

Was früher die „regelmäßige Arbeitsstätte“ war, heißt nunmehr „erste Tätigkeitsstätte“. Die alte Formulierung ließ viel Raum für Interpretationen, zum Beispiel für eine Verkäuferin, die in Frankfurt lebt und dort in zwei Supermarkt- Filialen beschäftigt ist: Welche Filiale ist ihre regelmäßige Arbeitsstätte? Arbeitete sie in beiden Filialen gleich viel – zum Beispiel jeweils zwei Tage in der Woche –, hatte sie gar keine regelmäßige Arbeitsstätte. Dann konnte sie jeden einzelnen Kilometer hin und zurück mit 30 Cent absetzen. Aber damit ist seit 2014 Schluss.

Die neue Regel sagt: Der Arbeitgeber legt im Arbeitsvertrag die erste Tätigkeitsstätte fest. Wenn nicht, kommt das Finanzamt ins Spiel: Wo arbeitet die Verkäuferin quantitativ mehr? Arbeitet sie überall gleich viel, dann gilt: Die Filiale, die am kürzesten von ihrer Wohnung entfernt ist, wird als erste Tätigkeitsstätte gewertet. Die Verkäuferin kann die Fahrten zu dieser Filiale mit der Pendlerpauschale absetzen – also 30 Cent pro Kilometer einer einfachen Fahrt – und zur anderen Filiale über die Dienstreisepauschale – also 30 Cent für jeden Kilometer hin und zurück.

Verlierer des neuen Reisekostenrechts
Zu den Verlierern des neuen Reisekostenrechts gehört zunächst einmal die Verkäuferin aus unserem Beispiel. Die gleichen steuerlichen Nachteile haben alle anderen Arbeitnehmer, die in einer vergleichbaren Situation sind, zum Beispiel Filialleiter oder Lehrer an zwei Schulen. Auch diejenigen Arbeitnehmer zählen zu den Verlierern des neuen Reisekostenrechts, die jeden Tag zum Betrieb ihres Chefs fahren und von dort mit einem Betriebsfahrzeug weiter zum Arbeitsort: Handwerker, Bus- und Lkw-Fahrer zum Beispiel. Sie können ihre Fahrten zum Betrieb bzw. zur Zentrale ab dem 1. Januar 2014 nur noch mit 30 Cent pro Kilometer einer einfachen Fahrt absetzen.

Gewinner des neuen Reisekostenrechts
In manchen Fällen gehört eine Verkäuferin, die in zwei Filialen arbeitet, auch zu den Gewinnern des neuen Reisekostenrechts: Nehmen wir an, sie wohnt in Frankfurt und die erste Filiale ist in Aschaffenburg, die zweite in Hanau. Jetzt kann ihr Arbeitgeber vertraglich festlegen, dass die nahe gelegene Filiale in Hanau ihre erste Tätigkeitsstätte ist. Dann gilt jede Fahrt zur weiter entfernten Filiale in Aschaffenburg als Dienstreise – so lässt sich steuerlich mehr absetzen. Keine Rolle spielt dabei, ob die Verkäuferin häufiger in Hanau oder in Aschaffenburg arbeitet. Wichtig: Unsere Verkäuferin kann – wie alle übrigen Arbeitnehmer in einer ähnlichen Situation – mit ihrem Arbeitgeber besprechen, welche erste Tätigkeitsstätte für sie steuerlich günstiger ist. Übrigens: Wer auf Dienstreise geht, darf sich über höhere Verpflegungspauschalen freuen. Sie haben noch Fragen? Frau Bärbel Oschmann leitet eine von rund 3.000 VLH-Beratungsstellen in ganz Deutschland und steht Ihnen gerne MO, MI, Do (8:30 Uhr bis 16:30 Uhr), FR (8:30 Uhr bis 14:00 Uhr) und nach telefonischer Vereinbarung zur Verfügung – entweder vor Ort in der Maxim-Gorki-Straße 57 in 16866 Kyritz oder telefonisch unter 033971 – 866410 bzw. via E-Mail unter (baerbel.oschmann@vlh.de). Weitere VLH-Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie unter www.vlh.de.

Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH): Wir sind Deutschlands größter Lohnsteuerhilfeverein und beraten Mitglieder im Rahmen des § 4 Nr.11 StBerG.

www.vlh.de
zurück zur Übersicht Brandenburg