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Ratgeber
Von Gerald Dietz

Beim Rundgang über die Internationale Gartenausstellung (IGA) in Berlin lässt sich Michael Burkart besonders gern von der großen Vielfalt der Parks, Beete und Pflanzen inspirieren. Dank der vorbildlichen Etikettierung lassen sich auch Fragen nach merkwürdigen Exemplaren beantworten. Ganz besonders aber hat den Kustos des Botanischen Gartens der Universität Potsdam (s. Kasten) der Blick über die Parklandschaften und ihre Einbettung in die mehrgeschossigen Wohnblocks von Berlin-Marzahn vom Wolkenhain aus fasziniert. „Das ist ja schließlich auch für die Bewohner dort gemacht“, so der Pflanzenkenner.

Viele Besucher des wohl größten Gartenfestivals Deutschlands werden ihm Recht geben. Neben der Kabinen-Seilbahn, die am Wolkenhain ihren Zwischenhalt hat und sich fast über die gesamte mehr als 100 Hektar große Fläche spannt, sowie dem Amphitheater ist der wolkenförmige Aussichtsturm auf dem 102 Meter hohen Kienberg wohl der am häufigsten besuchte Ort des faszinierenden Großparks. Wird doch mit dem einzigartigen Rundblick am besten erfahrbar, wie sich die künstlich angelegten grünen und blühenden Landschaften mit städtischem Wohnraum verbinden können.

Es sind wohl auch diese unerwartet eindrucksvollen Naturerlebnisse mitten in einer Metropole, die bislang schon Hunderttausende Besucher in den reizvollen Landschaftsraum rund um die Gärten der Welt, den bewaldeten Kienberg und Teile des wasserreichen Wuhletals gelockt haben. Auch wenn manche Anhänger floristischer Pracht großflächige Blütenteppiche gelegentlich noch vermissen, greift die IGA auf andere Art das Motto „Ein Mehr aus Farben“ auf und zeigt faszinierende Gegensätze: von den vielen über unterschiedliche Kulturen aufklärenden Themengärten über weitläufige sonnenbeschienene Hangterrassen bis hin zu großen Open-Air-Konzerten. Die Gäste erleben sowohl traditionelle Gartenkunst als auch inspirierende Ausstellungsbeiträge für eine eigene grüne Lebenskultur. 

„Das ist ja schließlich auch für die Bewohner dort gemacht."

Michael Burkart, Kustos Botanischer Garten Potsdam

Überspannt fast die gesamte IGA: die beliebte Kabinenseilbahn. FOTO: IGA/DOMINIK BUTZMANN
Überspannt fast die gesamte IGA: die beliebte Kabinenseilbahn. FOTO: IGA/DOMINIK BUTZMANN
Ein Anziehungspunkt: der Wolkenhain. FOTO: IGA/FRANK SPERLING
Ein Anziehungspunkt: der Wolkenhain. FOTO: IGA/FRANK SPERLING
Das Herzstück sind die international bekannten „Gärten der Welt“, die allerdings nach dem Ausbau für die IGA nun auf das doppelte Ausmaß gewachsen sind. Dafür haben Landschaftsarchitekten von allen fünf Kontinenten in sich geschlossene Gartenkabinette geschaffen, die zeitgenössische Tendenzen in der Gartenkunst aufzeigen und dabei meist soziologische und politische Themen aufgreifen.

So beschäftigt sich der südafrikanische Garten „African Bouquet“ nicht nur mit einem üppigen Strauß dort beheimateter Pflanzenarten, sondern thematisiert in seiner als Schiffsrumpf gestalteten Form den Transport sowohl von Besitztümern und Gütern als auch in gewisser Hinsicht von Sklaven in vergangenen Jahrhunderten. Ganz anders versteht sich der an einen Wald erinnernde chilenische Garten „Unter den Bäumen sein“ als Hommage an natürliche Schönheit – kontrastiert dies aber mit seiner geometrischen Anlage.

Von den geologischen Prozessen inspiriert, die die Inseln im Süden Thailands und die dortige Landschaft entstehen ließen, zeigt sich die Formensprache des Beitrags „Garten des Geistes“ des asiatischen Landes mit seinem serpentinenartigen Weg durch Beete in einer surrealen Landschaft. Die fast völlige Verdrängung von Natur zugunsten der Automobil-Monokultur wiederum stellt der Entwurf des Berliner Künstlers Martin Kaltwasser „Los Angeles Garden“ mit einer armseligen eingezäunten Rasenfläche nebst sechs Palmen, umgeben von Autoblech dar. Die Reihe ließe sich fortsetzen. Insgesamt warten 40 Hektar „Gärten der Welt“ auf die Besucher

Ideen zum Mitnehmen in eine eigene grüne Oase liefern die von Gartenbaufirmen gestalteten Stadtgärten, die vom Dachgarten bis zum Tropenhof jede Menge Anregungen liefern. Ein wahres Blütermeer finden Besucher in der wie das Passagierdeck eines Schiffes gestalteten Blumenhalle.

Info
www.iga-berlin-2017.de
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