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Ratgeber
Von Ulrich Nettelstroth  

Ohne Blumenerde geht es nicht. Stauden und Gemüse brauchen neben Luft und Sonne jede Menge Nährstoffe, die sie aus humusreicher Gartenerde ziehen müssen. Auch zur Wasserspeicherung wird gerade im sandreichen Brandenburg oft eine Bodenverbesserung benötigt. Was üblicherweise als Blumenerde verkauft wird, besteht jedoch im Wesentlichen aus einem sehr bedenklichen Stoff: Hochmoortorf. Torf wird gewonnen, indem ökologisch wichtige Moorgebiete trockengelegt und abgebaggert werden. Naturschutzverbände wie der BUND oder der NABU rufen deshalb zur Nutzung torffreier Blumenerde auf.

Torf ist ein Rohstoff, der Jahrtausende zu seiner Entstehung braucht. Um einen Millimeter wächst ein Hochmoor pro Jahr, um einen Meter in Tausend Jahren. Zehn Millionen Kubikmeter Torf werden in Deutschland nach Angaben des BUND jährlich verbraucht, ein Viertel davon in Privatgärten. In Norddeutschland wird derzeit noch auf einer Fläche von rund 12000 Hektar Torf abgebaut. Spätestens in zehn Jahren sind die Vorräte erschöpft. Der meiste Torf, der hierzulande verkauft wird, stammt aus überwiegend aus den baltischen Staaten. Die dortigen Hochmoore zählen laut BUND zu den größten und kostbarsten Mooren Europas. Torf ist allerdings nicht ganz einfach zu ersetzen. Der Stoff aus dem Moor ist preiswert zu gewinnen, hat gute Eigenschaften als Speichermedium und ist frei von Unkrautsamen. Deshalb kann die Erwerbsgärtnerei bisher kaum darauf verzichten.

Rinn Beton- und Naturstein
Für Freizeitgärtner allerdings gibt es im Handel schon viele Ersatzprodukte, die mit der Aufschrift „ohne Torf“ oder „torffrei“ gekennzeichnet sind. Diese enthalten als Ersatz in der Regel eine Mischung aus Rindenhumus, Holz-, Kokos- oder Hanffasern. Eine weitere Alternative ist der Komposthaufen im eigenen Garten. Nahezu alle Pflanzenteile lassen sich kompostieren und liefern wertvollen Humus. Und während Torf wenige Nährstoffe enthält und langfristig zu einer Versauerung des Bodens beiträgt, führt Kompost ohne Nebenwirkungen zu einer Bodenverbesserung. Intakte Moore speichern das Klimagas Kohlendioxid. 3000 Hektar aktive Moorflächen gibt es laut Landesumweltamt in Brandenburg. Einzelne in der Vergangenheit trockengelegte Moore sollen wieder vernässt werden. Der BUND Brandenburg betreut beispielsweise das Projekt Trämmerfließ in Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Hier sollen Entwässerungsgräben zurückgebaut werden, so dass der Wasserstand wieder steigt. Im Idealfall werden so Teilbereiche als wachsende Quellmoore reaktiviert.

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