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Ratgeber
Von Ulrich Nettelstroth 

Brandenburgs Gartenbesitzer schauen mit Sorge auf ihre Buchsbaumhecken. Der aus Ostasien stammende Buchsbaumzünsler wird jetzt auch hierzulande vermehrt gesichtet und Mittel gegen die gefräßige Raupe des unscheinbaren Nachfalters gibt es nur wenige. Der Pflanzenschutzdienst des Landesamtes für ländliche Entwicklung und Landwirtschaft empfiehlt, die Pflanzen auf Zeichen eines Befalls zu untersuchen. Das können abgefressene Blätter, Gespinste oder die im ausgewachsenen Zustand bis zu fünf Zentimeter langen Raupen sein.

Vermutlich im Jahr 2006 wurde der Schädling durch importierte Pflanzen eingeschleppt und breitete sich vor allem in Süddeutschland und im Rheinland sehr schnell aus. Die Falter legen ihre Eier auf die Unterseite der Buchsbaumblätter. Eine einzelne Raupe kann während ihrer dreiwöchigen Entwicklung bis zu 45 Blätter vertilgen. Nach einer Woche im Puppenstadium schlüpft der Falter, der während seines nur wenige Tage währenden Lebens die Eier für die nächste Generation legt. Häufig werden die Pflanzen von unten und innen heraus befallen. Wenn Schäden sichtbar sind, ist es daher manchmal schon zu spät für eine wirksame Bekämpfung.

Sichtbare Raupen können abgesammelt werden. Größere, stabile Buchbäume können mit einem Hochdruckreiniger abgespritzt werden. Vorher wird eine Folie auf dem Boden ausgebreitet, um die abgefallenen Raupen schnell einsammeln zu können. Teilweise reduzieren auch Singvögel wie Spatzen und Meisen die Schädlinge. Als Pflanzenschutzmittel sollten zunächst biologische Wirkstoffe wie der Bazillus thuringiensis eingesetzt werden, der unter dem Handelsnamen Xentari angeboten wird, oder Präparate aus dem tropischen Neembaum. Beide Wirkstoffe schonen die nützliche Tierwelt im Garten.

Wer damit keinen Erfolg hat, kann mit der gebotenen Vorsicht auch chemische Produkte einsetzen. Allerdings: In den am stärksten betroffenen Regionen in Süddeutschland haben viele Gartenbesitzer den Kampf bereits aufgegeben und ihre Buchsbaumhecken entfernt. Auch in Brandenburg könnte das bei einer weiteren Ausbreitung des Schädlings drohen. Das könnte das Gesicht unserer Gärten deutlich verändern. Schließlich gehört der Buchsbaum zu den beliebtesten Heckenpflanzen.

Vorsicht giftig!

Für Kinder ist manche Pflanze gefährlich

Bei der Eibe sind Nadeln und die Beeren giftig. FOTO: DPA
Bei der Eibe sind Nadeln und die Beeren giftig. 
FOTO: DPA
Mit farbenprächtigen Blüten und bunten Beeren schmücken sich viele Pflanzen in unseren Gärten. Viele der schönen Gewächse sind allerdings giftig und für Kinder manchmal geradezu lebensgefährlich. Pflanzen sind die dritthäufigste Vergiftungsursache bei kleinen Kindern. Eltern sollten daher darauf achten, ihren Garten von solchen Gefahrenquellen zu bereinigen.

Besonders gefährlich ist zum Beispiel die Tollkirsche. Im schlimmsten Fall können schon zwei kleine Beeren eine tödliche Dosis für ein Kind sein. Bei der Eibe (Taxus) sind neben den roten Beeren auch die Nadeln giftig. Sie verursachen Herzrhythmusstörungen. Weitere gefährliche Pflanzen: Goldregen, Tränendes Herz, Eisenhut, Fingerhut, Herbstzeitlose, Maiglöckchen und Riesen-Bärenklau. Das Gift steckt meist in Blüten, Blättern und Wurzeln. So schwer es fällt: Wer diese Pflanzen im Familiengarten entdeckt, sollte sie umgehend auf den Kompost verfrachten oder befreundeten Gärtnern ohne Kinder schenken.

Hat das Kind doch einmal im Garten etwas Verdächtiges gegessen, sollte unverzüglich die Nummer des Giftnotrufs gewählt werden, etwa bei der Berliner Charité unter 030/19240. Der Notruf ist rund um die Uhr besetzt und berät bei allen Fragen rund um das Thema Vergiftung, also auch mit Medikamenten oder Haushaltsmitteln.

Info:www.giftnotruf.charite.de
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