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Ratgeber
Von Ute Sommer   

Etwa 20 bis 22 Grad, sonnig, ein leichtes Lüftchen und abends etwas Regen – das wäre das perfekte Wetter, meint David Duke und schmunzelt. Perfekt für den Rasen. Duke weiß, was prächtige Rasenteppiche brauchen. Er ist der Chef der Greenkeeper im Golf- und Country Club Seddiner See in Michendorf (Potsdam-Mittelmark) und mit 30 Mitarbeitern zuständig für die Pflege des Golfplatzes. Das Grün, auf dem der Golfball eingelocht wird, stutzt er – sofern es erforderlich ist – auf genau 2,9 Millimeter. Nicht mehr und nicht weniger. Auf diesem Rasen soll der Ball ganz sanft rollen, ohne dabei viel Geschwindigkeit zu verlieren. Dafür taugt keine Hoppelbahn. Das braucht schon einen dichten grünen Teppich.

Zwei- bis dreimal in der Woche lässt David Duke die Rasenflächen des Golfplatzes mähen, die Grüns täglich. So oft muss der Hobbygärtner in seinem Reich nicht ran. Aber Duke hat einige Tipps fürs Rasenmähen. Am wichtigsten sei es, dass der Rasenmäher in einem guten Zustand ist und scharfe Messer hat. Stumpfes Werkzeug „frisst die Pflanze auf“, sagt der gebürtige Engländer. Pflanzenteile werden herausgerissen – und nicht sauber geschnitten. Das beschädigt die Pflanze und lässt sie an den zerstörten Stellen vertrocknen. Regelmäßiges Mähen sei wichtig. Faustregel dafür: Etwa ein Drittel sollte von den Blättern abgeschnitten werden. So würde kein Schaden entstehen, erklärt Duke. Wer dagegen zu viel abmäht, nimmt dem Rasen die Kraft.

Doch welche Art von Rasen ist die richtige für den privaten Garten? „Das hängt von der Nutzung ab“, sagt David Duke. Wer auf dem Rasen mit seinen Kindern Fußball spielen will oder Hunde hat oder auch gern mal eine Gartenparty feiert, sollte auf eine robuste Art zurückgreifen. Lolium perenne – Deutsches Weidelgras – zum Beispiel, rät der Experte. Das ist sehr strapazierfähig und wird sogar für so manchen Fußballplatz genutzt. Dreimal im Jahr, so Duke, sollte dieser Rasen gedüngt werden, um die Entwicklung der Pflanzen zu unterstützen. Am besten zum Start in den Frühling, dann am Ende des Frühlings und noch einmal im Herbst. „Aber nicht später als Mitte September“, betont David Duke. Denn über reichlich Stickstoff zum Ende der Vegetationsperiode freuen sich vor allem die Erreger von Pilzkrankheiten. Wer seinen Rasen eher schont und sich an dessen Aussehen erfreuen möchte, könnte zu „Festuca“ greifen.

Duke: „Diese Sorte hat ein sehr feines Blatt, das nicht allzu kurz gemäht werden sollte.“ Sie braucht weniger Dünger als die strapazierfähige Sorte. Ein einmaliges Düngen im Jahr reicht Duke zufolge schon aus. „Und nicht zu viel geben“, sagt er. Sonst werde der Rasen überfüttert und die Gefahr steige, dass sich Fremdgras breitmacht.

Der Hobbygärtner kann aber auch eine Mischung von verschiedenen Sorten nehmen. Etwas Festuca und Agrostis und vielleicht ein bisschen Lolium, so Duke. Das sieht nicht nur gut aus, sondern verhindert auch eine eventuelle Monokultur auf der Grünfläche. Die beste Zeit für die Aussaat eines neuen Rasens sei Ende August, Anfang September. „Da gehen die Temperaturen schon etwas runter und die Feuchtigkeit hält sich länger“, erklärt der Experte. Das ist gut für die jungen Pflanzen, die noch kurze Wurzeln haben und empfindlich auf Trockenheit und Wind reagieren.

Und was tun bei Krankheiten wie Pilzbefall? David Duke rät zum Vorbeugen. Im Frühjahr und im Herbst sollte der Rasen vertikutiert werden. Abgestorbene Pflanzenteile und auch Unkraut werden rausgeholt und der Boden kann atmen. Dazu dann etwas organischen Dünger. Der ist wie Futter für den Boden. So werden auch die Mikroben im Boden gestärkt. Und je besser der Zustand des Bodens ist, desto besser kann sich der Rasen entwickeln.

David Duke pflegt den Golfplatz im Golf- und Country Club Seddiner See schon seit mehr als 20 Jahren. Er hat sich an die für Brandenburg so typischen schlechten Bodenwerte gewöhnt. „Das Wasser läuft schnell durch und verdichtet den Boden“, sagt er. Bei niederschlagsarmen Wetterlagen bedeutet das für die Rasenpflege: öfter mal bewässern. Und das am besten spät abends oder am Morgen.

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