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12:58 06.03.2018
Die Umsätze im Online-Handel wachsen jedes Jahr zweistellig. Jetzt wartet ein neuer Beruf. FOTOS:DPA
Akademie für Sozial- und Gesundheitsberufe GmbH
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Von Gerald Dietz

Für die im Sommer startende neue Ausbildungssaison kann Brandenburg aller Voraussicht nach mit einem neuen Ausbildungsberuf aufwarten. Erstmals sollen Interessenten den Job von Kaufleuten im E-Commerce erlernen können. Ihren Einsatzort finden sie in Unternehmen, die Waren oder Dienstleistungen über das Internet anbieten und vertreiben. Hierzu zählen sowohl die reinen Online- als auch sogenannte Multichannel-Händler, die ihre Produkte auf mehreren Verkaufswegen vertreiben.

„Der Einzelhandel erlebt durch die zunehmende Digitalisierung derzeit einen tiefgreifenden Strukturwandel“, sagt der Bildungsleiter bei der für Westbrandenburg zuständigen Potsdamer Industrie und Handelskammer (IHK), Wolfgang Spieß. Die Umsätze im Online-Handel wachsen Jahr für Jahr zweistellig. Mittlerweile werden zehn Prozent des Gesamtumsatzes im Einzelhandel online erzielt.

Auch immer mehr bisher rein stationäre Unternehmen sind im Internet für Ihre Kunden erreichbar und werden zu Multichannel-Händlern. „Der boomende E-Commerce verändert die Anforderungen an das Personal“, so Spieß. Es entstehen neue Tätigkeitsfelder, Prozesse und Geschäftsmodelle. Wer als Händler im Online-Handel innovativ bleiben will, braucht auch innovativen Nachwuchs. Daher hat der Handelsverband Deutschland mit dem Kaufmann/ Kauffrau im E-Commerce einen neuen Ausbildungsberuf entwickelt, der systematisch auf eine Karriere im Online-Handel vorbereitet.


10 Prozent der Umsätze im Einzelhandel sind online erzielt


Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Der Ausbildungsberuf Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce kann für Absolventen aller Schulformen geeignet sein. Wichtige Grundlagen sind vor allem gute Noten in Mathematik, Deutsch und Englisch. Darüber hinaus zählt aber auch Begeisterungsfähigkeit für Online und E-Commerce-Trends sowie für technische Innovationen. Auch Freude am Verkaufen und Vermarkten und das Interesse an betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen und rechtlichen Vorgaben sollte vorhanden sein.

Die duale Ausbildung zum Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce erfolgt sowohl im Unternehmen als auch parallel dazu in der Berufsschule und dauert drei Jahre. Nach der Ausbildung können Kaufmänner und Kauffrauen im E-Commerce in allen Wirtschaftsunternehmen arbeiten, die Waren und Dienstleistungen auch oder ausschließlich über das Internet anbieten und vertreiben, oder aber bei Firmen die ihre Kunden beim Aufbau einer entsprechenden Strategie unterstützen.


Berufspraktiker im Hörsaal

Fachhochschule Potsdam startet ihre ersten Studiengänge

Duale Studien kombinieren die Praxis im Betrieb mit einem Hochschul-Studium. FOTO: DPA
Duale Studien kombinieren die Praxis im Betrieb mit einem Hochschul-Studium. FOTO: DPA

Zum Wintersemester 2018/19 werden die ersten drei dualen Bachelorstudiengänge an der Fachhochschule (FH) Potsdam starten. Interessierte können sich dann akademisch und auch in fest integrierten Praxiseinsätzen in Unternehmen in den Bereichen Bauingenieurwesen, Infrastruktursysteme und Siedlungswasserwirtschaft am Fachbereich Bauingenieurwesen ausbilden lassen.

„Mit diesen dualen Studiengängen greifen wir verstärkt Infrastruktur-Themen auf“, erläutert FH-Präsident Eckehard Binas das Engagement der Hochschule, das auch vom Land Brandenburg unterstützt wird. Wie mit Fragen der Urbanisierung, des Klimawandels oder des Umweltschutzes umgegangen wird, trage zur Gestaltung unserer Zukunft bei. Binas: „Die Ausbildung dieser Fachkräfte praxisnah und mit Blick über den Tellerrand hinaus zu gestalten, ist eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen.“ Mit der Horst Kasimir Bauunternehmung GmbH Mühlenbeck (Oberhavel) ist bereits ein erster Kooperationsvertrag für ein duales Studium unterzeichnet worden. Darüber hinaus hat sich eine Vielzahl von Unternehmen aus der Region Berlin-Brandenburg bereit erklärt, als Praxispartner im dualen Studium gemeinsam mit der FH Potsdam Studierende auszubilden. „Wir wollen mit dem dualen Studium die frühzeitige Verzahnung von Praxiswissen mit der Theorie fördern, um dem Nachwuchs schneller die Möglichkeit zu geben, eigenständige Aufgaben in der Bauleitung zu übernehmen“, erklärt Geschäftsführer André Kasimir das Engagement des Mühlenbecker Unternehmens. Hochschulabsolventen ohne Praxiswissen hätten in der Regel keine hinreichenden Erfahrungen, um auf der Baustelle als Führungskraft zu bestehen.

Die Horst Kasimir Bauunternehmung GmbH wurde 1989 in Berlin gegründet und hat heute 95 Mitarbeiter. Von Beginn an setzt das Unternehmen ausschließlich auf eigenes gewerbliches Stammpersonal – ein bedeutender Pfeiler der Erfolgsgeschichte der Firma. Durch die Ausbildung in unterschiedlichen Berufen wird der Nachwuchs gezielt auf die Bedürfnisse des Ingenieur-Hochbaus vorbereitet. Zudem erreicht das Unternehmen so die gewünschte Mischung aus Erfahrung und frischen Ideen. Duale Studiengänge werden nun erstmalig von dem Betrieb angeboten.

Die Bildung von Kooperationen für das duale Studium wird auch von der Fachgemeinschaft Bau unterstützt, wie Geschäftsführer Peter Kraschinski erklärt: „Fachkräftesicherung ist das Thema des nächsten Jahrzehnts und darüber hinaus in der Bauwirtschaft Berlins und Brandenburgs.“ Daher begrüße die Organisation die Einrichtung von dualen Bauingenieurstudiengängen.

Info unter
 

www.fh-potsdam.de
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