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Von Natalie Preißler

Schon bei den kleinsten Erdenbürgern wird das Gehör auf seine Funktionsweise getestet. Neugeborenen-Hörscreenings gibt es seit 2009 und sollen helfen, Hörstörungen möglichst früh zu erkennen und optimal behandeln zu können.

Getestet wird mittels zweier Verfahren. Eines testet die Reaktion des Innenohrs auf Schallreize mittels einer Sonde im Gehörgang, die einen leisen Ton sendet. Bei der zweiten Variante wird die Nervenreaktion bei der Verarbeitung von Geräuschen im Hirnstamm gemessen. Auch hier wird mit einer Sonde gearbeitet. Vorteil des zweiten Verfahrens ist es unter anderem, dass auch die Aktivität des Hörnervs überprüft werden kann. Meist wird bei der Feststellung von Auffälligkeiten mit dem ersten Verfahren das zweite zusätzlich herangezogen.

Wird eine Hörstörung festgestellt, sollte bis zum sechsten Lebensmonat eine Therapie begonnen werden. Dann beginnt die sensible Phase der Hörentwicklung bei Babys.

Regelmäßige Tests bei Berufstätigen empfohlen

Wie auch das Auto zum Tüv muss, sollten im Laufe des Lebens regelmäßige Hörtests gemacht werden. Die Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH) empfiehlt Berufstätigen mindestens eine jährliche Überprüfung des Hörvermögens. Meist entwickelt sich die Schwerhörigkeit schleichend über viele Jahre hinweg und wird nicht gleich wahrgenommen.

Erst verschwinden die leisen Töne, dann werden TV oder Radio lauter gestellt. Schleichend entwickelt sich eine Schwerhörigkeit, die nur bei einem Bruchteil diagnostiziert und behandelt wird.

Laut Deutschem Schwerhörigenbund (DSB) haben in Deutschland rund 15 Millionen Menschen Hörprobleme. Ein Hörtest, die sogenannte Audiometrie, kann von einem Hörgeräteakustiker vorgenommen werden und ist in der Regel kostenfrei. Stellt auch der Hals-Nasen-Ohren Arzt im Anschluss eine Beeinträchtigung fest, kann eine Hörhilfe notwendig werden. Wird das Gerät ärztlich verordnet, zahlen die gesetzlichen Krankenkassen einen Festpreis von zirka 700 Euro. Bis zu 3000 Euro werden für ein Hightech-Gerät fällig. 

Hörgerätezentrum Haase & Partner
Fünf bis sechs Jahre können die Hörhilfen bei guter Pflege genutzt werden. Zum Duschen und Schlafen sollten sie abgelegt werden. Rund alle zwei Wochen wird ein Batteriewechsel fällig. Dies variiert je nach Gerätetyp.

Doch es gibt auch Fälle, bei denen das Hörgerät nicht mehr ausreicht. Bei ausgeprägter Schwerhörigkeit können selbst präzise Hörhilfen nicht mehr viel ausrichten. Hier können so genannte Cochlea-Implantate helfen. Diese Innenohr-Prothesen übernehmen dann die Funktionen des Innenohrs. Allerdings gibt es auch hier Grenzen. Ist der Hörnerv geschädigt oder sind andere zentrale Hörstörungen vorhanden, bringt auch das künstliche Sinnesorgan nichts. 

Die individuelle Einstellung für den Träger der Hörgeräte wird am PC vorgenommen. FOTO: PETER GEISLER
Die individuelle Einstellung für den Träger der Hörgeräte wird am PC vorgenommen. 
FOTO: PETER GEISLER
Neben der Bandbreite an Tönen, die unser Gehör für uns wahrnimmt, liegt auch unser Gleichgewichtsorgan im Innenohr. Es sorgt dafür, dass wir unsere Bewegungen koordinieren können und unseren Körper in jedweder Situation im Gleichgewicht halten. Kommt der Gleichgewichtssinn aus dem Tritt, kann heftiger Schwindel die Folge sein.

Gute Ohrpflege braucht kein Wattestäbchen


Weit verbreitet ist die übermäßige Pflege des Ohres. Von Natur aus transportieren kleine Härchen im Gehörgang Ohrenschmalz und anderen Schmutz automatisch nach außen. Dann kann es mithilfe von etwas Wasser leicht gereinigt werden. Wattestäbchen stören diesen Prozess und drücken das Ohrenschmalz meist nur noch tiefer in die Ohrmuschel.

Um den Menschen die Wichtigkeit eines intakten Gehörs und der damit verbundenen regelmäßigen Kontrolle des sensiblen Sinns näherzubringen, findet jährlich am 3. März der „Welttag des Hörens“ statt. Zusätzlich zu einem wechselnden Schwerpunktthema bieten dann viele Mediziner und Dienstleister rund um das Hören Aktionen, Workshops und Informationsveranstaltungen an.

Info Mehr dazu unter

www.welttag-des-hoerens.de
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