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Von Gerald Dietz

Trotz Empfehlungen etwa der Weltgesundheitsorganisation WHO und des Robert-Koch-Instituts gibt es offenbar immer weniger Grippeschutzimpfungen. Laut einer Datenerhebung bei der KKH Kaufmännischen Krankenkasse ist die Zahl der Impfungen in den vergangenen acht Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Während sich im Jahr 2009 noch jeder fünfte KKH-Versicherte gegen Grippe impfen ließ, war es 2016 nur rund jeder Siebte, Tendenz abnehmend.

Dabei entpuppten sich besonders die westdeutschen Versicherten mit einer Quote von nur 30,4 Prozent bei den über 60-Jährigen als Impfmuffel. In Ostdeutschland ließen 35 Prozent der Deutschen über 60 schützen sich gegen die Grippe sich dagegen 51,4 Prozent impfen. Zudem entschieden sich insgesamt doppelt so viele Frauen für die Schutzimpfung wie Männer. Die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Impfquote von 75 Prozent für über 60-Jährige wird aber in Deutschland insgesamt mit einer Quote von wenig mehr als 35 Prozent bei Weitem nicht erreicht.

35 der Deutschen über 60 schützen sich gegen die Grippe

„Vor allem Risikogruppen sollten sich unbedingt einmal jährlich gegen Grippe impfen lassen“, empfiehlt Astrid Hopfengart vom Serviceteam der KKH Kaufmännischen Krankenkasse in Potsdam. Dazu zählen neben den über 60- Jährigen chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal, aber auch Menschen, die sich jeden Tag in großen Menschenansammlungen aufhalten. Die Kosten für die Spritze übernimmt die KKH, wie es auch bei anderen Kassen Usus ist. Allerdings sind die besten bislang verfügbaren Impfdosen mit Vierfachkomponente derzeit den Hochrisikogruppen vorbehalten (MAZ berichtete).

„Die rechtzeitige Schutzimpfung, die allgemein gut vertragen wird, ist die wirksamste vorbeugende Maßnahme gegen Grippe“, sagt Hopfengart. Die Monate Oktober und November sind dafür die optimale Zeit. „Dann hat das Immunsystem bis zum Start der Grippewelle genügend Zeit, um sich auf die Abwehr von Grippeviren vorzubereiten.“

Doch warum sind viele so impfmüde? Laut einer Bundesstudie kommen vielen Zweifel an der Wirksamkeit. Verbreitet ist bei Älteren und chronisch Kranken der Mythos, die Impfung könne die Erkrankung selbst auslösen. „Dem ist nicht so“, sagt Hopfengart. Zudem wird die Grippe oft nicht mehr als die schwere Krankheit wahrgenommen, die sie ist. Denn die echte Grippe, Influenza genannt, ist mit Sicherheit eine ernst zu nehmende Erkrankung. Sie wird durch Viren verursacht und führt in Deutschland zu bis zu 20 000 Todesfällen pro Jahr.

Fälle von Rotaviren nehmen zu

Zahl der Erkrankungen hat sich verdoppelt

Zahlreiche Kinder erkranken an Rotaviren. FOTO: GLAXOSMITHKLINE
Zahlreiche Kinder erkranken an Rotaviren. 
FOTO: GLAXOSMITHKLINE

Impfungen bieten nicht nur gegen Grippe Schutz. Die ständige Impfkommission empfiehlt unter anderem auch Schluckimpfungen gegen Rotaviren für Säuglinge unter sechs Monaten. Bei Säuglingen und Kleinkindern werden Magen-Darm-Infektionen meistens durch Rota-Viren ausgelöst. Sie treten vor allem im Winter auf und sind hochansteckend. 90 Prozent aller Kinder erkranken in den ersten drei Lebensjahren daran.

Das Robert-Koch-Institut verzeichnet im laufenden Jahr bereits über 34 000 Erkrankungen mit Rotaviren in Deutschland. Bald doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum 2016.

Rotavirus-Infektionen sind oft schwerwiegender als andere Durchfallerkrankungen. Übliche Anzeichen einer Rotavirus- Infektion sind ein plötzlicher wässriger Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen. Auch Blut oder Spuren von Schleim im Stuhl sind möglich. Weitere Symptome können Fieber, Husten und Schnupfen sein.
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