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Ratgeber
Von Ulrich Nettelstroth

Plessow. Wer durch die Tannenplantagen bei Plessow, einem Ortsteil von Werder/Havel (Potsdam-Mittelmark) geht, der kann jetzt bunte Bänder an den Bäumen sehen. So sind beim Werderaner Tannenhof die erntereifen Bäume gekennzeichnet, die in diesem Jahr in den Wohnzimmern landen. Auf 50 Hektar wachsen dort vor allem Nordmanntannen. „Die macht bei uns rund 90 Prozent des Geschäfts aus“, sagt Inhaber Gerald Mai. Seit September laufen die Vorbereitungen für das Weihnachtsgeschäft.

Der 59-Jährige, der den Tannenhof seit 1990 betreibt, versteht sich als Landwirt. Zu Ostern sind die diesjährigen Neupflanzungen angelegt worden, Felder mit langen Reihen von etwa fußhohen Tannensetzlingen. Die Jungpflanzen bezieht Mai aus Spezialbaumschulen, die sich auf die Anzucht von Nordmanntannen spezialisiert haben. Natürlicherweise wächst die Nordmanntanne in Georgien, in geschlossenen Tannenwäldern an den Hängen des Kaukasus. Um die Samen zu gewinnen, klettern dort Männer bis in die Spitzen bis zu 60 Meter hoher Bäume. Nur diese Samen aus dem Kaukasus bieten die Gewähr, dass es sich um genetisch unverfälschte Nordmanntannen handelt, so Mai. Der Werderaner Tannenhof verwendet die Sorte Ambrolauri aus dem Großen Kaukasus, die mit den Wachstumsbedingungen in Brandenburg gut zurechtkommt. Mais Sohn, der im Saisongeschäft mitarbeitet und den Hof später einmal übernehmen soll, war schon zweimal bei der Samenernte in Georgien dabei. Der Hof ist an einem sogenannten Fair-Tree-Projekt beteiligt. Damit ist gewährleistet, dass die Pflücker unter guten Bedingungen arbeiten, zudem werden soziale Einrichtungen vor Ort unterstützt.

Die jungen Bäume brauchen viel Pflege

Gerald Mai
Inhaber des Werderaner Tannenhofs

„Die jungen Tannen brauchen viel Pflege“, sagt Gerald Mai. Vor einer Neupflanzung wird der Boden tiefgründig gelockert und darf sich ein Jahr lang unter einer Gründüngung erholen. Dann werden die nur wenige Zentimeter hohen Pflänzchen von Hand in den Boden gesetzt. In Trockenphasen in den Sommermonaten muss regelmäßig gewässert werden, sonst wäre die Ausfallquote zu hoch. Ein regelmäßiger Formschnitt der Bäume sorgt für einen kompakten Wuchs. Der Wildwuchs zwischen den Reihen wird mit einem „hochbeinigen“ Spezialtraktor mechanisch entfernt. Der Traktor kann in den Pflanzungen eingesetzt werden, bis die Bäumchen 80 Zentimeter hoch sind, sagt Gerald Mai.

Umweltschonender Anbau ist ihm wichtig. Herbizide werden nur in Ausnahmefällen eingesetzt. Für Greifvögel gibt es Sitzkrücken auf dem Gelände. Sie sorgen zusammen mit zwei Fuchsfamilien dafür, dass sich keine Wühlmäuse oder Kaninchen ausbreiten können. Das ist wichtig, um Fraß an Wurzeln oder jungen Trieben zu verhindern, durch den die Bäume ungleichmäßig wachsen und nur noch schwer verkäuflich wären.

Tannenhof-Inhaber Gerald Mai mit einer Nordmanntanne, die im vergangenen Frühjahr gepflanzt wurde. FOTO: NETTELSTROTH
Tannenhof-Inhaber Gerald Mai mit einer Nordmanntanne, die im vergangenen Frühjahr gepflanzt wurde. FOTO: NETTELSTROTH
Denn das Idealbild eines Weihnachtsbaums ist sehr klar ausgebildet: Gleichmäßiger und dichter Wuchs mit sattgrünen, weichen Nadeln und kräftigen Zweigen, die Kerzen und Kugeln tragen können. 1,80 Meter bis zwei Meter hoch ist der prototypische Wunschbaum. Sieben bis acht Jahre müssen die Pflanzen auf dem Tannenhof verbringen, um diese Höhe zu erreichen. Für die Entwicklung vom Samenkorn bis zum Setzling kommen noch vier Jahre in der Baumschule hinzu. Mit fünf Stammbeschäftigten kümmert sich Gerald Mai die meiste Zeit des Jahres um die Pflanzungen und sorgt dafür, dass sich keine Krankheit und keine Schädlinge in der Plantage ausbreiten können. Ab September kommen bis zu 100 Saisonkräfte hinzu. Die Reihen werden durchgemustert, die erntereifen Pflanzen gekennzeichnet.

Etwa 20 Prozent der Bäume werden direkt am Hofladen verkauft, wo es auch Zubehör, Kaffee und Glühwein gibt und die Besucher ihren Baum auch selbst schlagen können. Der Rest geht an insgesamt 30 Verkaufsstellen in Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt an den Endabnehmer. Der Preis im Hofladen liegt bei etwa 20 Euro pro laufendem Meter. Ein geringer Teil der Bäume wird im Topf verkauft und nach dem Fest in den Garten verpflanzt.

Einige Kunden bevorzugen gegenüber der Nordmanntanne die geruchsintensivere Fichte. Wer intensiveren Nadelduft in der Wohnung haben will, kann aber auch einzelne Fichtenzweige unter die Tanne legen, so der Tipp von Gerald Mai. Sehr elegant wirkt die Schwarzkiefer mit ihren langen Nadeln. Die klassische märkische Kiefer eignet sich mit ihrem ungleichmäßigen Wuchs weniger und wird deshalb nicht angeboten, so Mai.

Einige Bäume auf dem Tannenhof können weit über das Standardmaß hinauswachsen. So wurde zum Beispiel für den Katharinenkirchplatz in Brandenburg an der Havel jetzt eine zwölf Meter hohe Nordmanntanne gefällt. „Die hatten wir 1990 hier gepflanzt, in unserem ersten Jahr“, erinnert sich der Plantagenbesitzer. Ein Spezialfahrzeug mit Kran war notwendig, um den gewaltigen Baum in die Havelstadt zu bringen. Auch nach Berlin wurden einige sehr große Bäume geliefert. Die stehen jetzt unter anderem vor Bundesministerien. Auch Hotels oder Einkaufscenter werden beliefert.

Mit Heiligabend ist für die Mitarbeiter des Tannenhofs die Saison übrigens noch lange nicht vorbei. Nach dem Fest dauert es noch bis in den Januar hinein, bis überall die Verkaufsstände abgebaut sind. Unverkaufte Restbäume werden in Mulchmasse verarbeitet. Und im Frühjahr steht die nächste Neupflanzung an, für die Weihnachtsbäume im Jahr 2025.

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Kreatives Tagebuch und Kalligraphie

In der Ladengalerie „Stein 40“ geht es künstlerisch zu Werke

Von Natalie Preißler

Rathenow. Gleich zwei kreative Arten sein Leben kunstvoll an die Hand zu nehmen und festzuhalten stellt Susanne Woltersdorf am Donnerstag, 21. Dezember, 17 bis 21 Uhr in der Ladengalerie „Stein 40“ in Rathenow vor.

Experimente rund ums Schreiben und Gestalten

Zum einen wird beim „Kleinen Feierabend“ die Technik des „Art Journals“ erklärt. Dabei handelt es sich um eine kreative beziehungsweise künstlerische Form der Tagebuchführung. Und das Art Journal dient längst nicht nur als Notizbuch täglicher Erlebnisse, sondern vielmehr als experimentelle Spielwiese zum Sammeln von Zitaten und Weisheiten, Einkleben von Fotos, Erinnerungsstücken oder als Blattpresse für Naturfundstücke. Daraus wird ein stetiger Begleiter und ganz eigenes buntes Lebenswerk.

Auch das so genannte „Handlettering“ wird an diesem Abend erklärt. Es ist der Kalligraphie ähnlich, wird aber in freierer, verspielter Form umgesetzt. Dabei werden die Buchstaben nicht nur gezeichnet, sondern auch mit Farben, Bewegung und Form in Szene gesetzt. Benutzt werden dafür unterschiedliche Schreibinstrumente und Farbmedien. Diese Schreibart fördert die Freude am Erfinden und ist besonders fürs freie Kreieren geeignet.

Kulinarisch können die Gäste zu Punsch und selbst gebackenem Stollen greifen.

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