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Von Andreas König

Pritzwalk. Wenn sich am Sonnabend, 27. Januar, ab 10 Uhr die Türen der Freiherr-von-Rochow-Schule in Pritzwalk öffnen, können sich Schüler, Eltern, Großeltern und alle anderen Interessenten im wahrsten Sinne des Wortes willkommen geheißen fühlen. Denn beim Prignitzer Karrieretag, der erstmals in seiner vierjährigen Geschichte Station in Pritzwalk macht, geht es genau darum: Sehen und gesehen werden, um möglicherweise den Grundstein für eine berufliche Karriere in der Prignitz zu legen.



"Diese vorbildhafte Arbeit ist auch der Grund, warum die Rochowschule als Veranstaltungsort ausgewählt wurde."


René Georgius
Fachberater IHK Potsdam



Viele Unternehmen aus der Prignitz und den Nachbarregionen Ostprignitz-Ruppin und Mecklenburg-Vorpommern bemühen sich seit Jahren darum, ihren Berufsnachwuchs in der Region zu sichern. Dass dieses Unterfangen von Jahr zu Jahr schwieriger wird, liegt zwar auch an den sinkenden Schülerzahlen, aber nicht nur daran. „Oftmals verfügen die Schulabgänger nicht über die notwendigen Voraussetzungen für eine Ausbildung“, sagt René Georgius. Das kann andernorts zum Problem werden. Trotz eigentlich ähnlicher Struktur kommen in der Uckermark beispielsweise 187 Bewerber auf 100 freie Lehrstellen. Aus Bewerbersicht herrschen dagegen in der Prignitz geradezu paradiesische Zustände. Um 100 betriebliche Ausbildungsplätze müssen sich hierzulande nur 71 Jugendliche bewerben, sagt der Fachberater für Existenzgründung und Unternehmensförderung beim Regionalcenter Prignitz der Industrie- und Handelskammer Potsdam. Dennoch kann es natürlich auch in der Prignitz sein, dass Ausbildungswunsch und Lehrstellenwirklichkeit auseinanderklaffen.

Bereiten den Karrieretag vor (v. l.): Siegfried Pingel, Ronny Viererbe und Schulleiterin Gisa Michaelis. FOTO: ANDREAS KÖNIG
Bereiten den Karrieretag vor (v. l.): Siegfried Pingel, Ronny Viererbe und Schulleiterin Gisa Michaelis. FOTO: ANDREAS KÖNIG
Probleme bei der Nachwuchsgewinnung hat seit Jahren auch das Handwerk. Laut Kirsten Gmirek, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Prignitz, seien vor allem das Bäckerhandwerk und Bauberufe von Nachwuchssorgen geplagt.

Am Veranstaltungsort, der Freiherr-von-Rochow-Oberschule Pritzwalk, bemüht man sich seit Jahren um einen praxisgerechten Unterricht. „Diese vorbildhafte Arbeit ist auch der Grund, warum die Rochowschule als Veranstaltungsort ausgewählt wurde“, sagt René Georgius.

Beim Karrieretag kann man übrigens die Rochowschüler in Aktion erleben. Die Schülerfirma „Rochow kocht“ sorgt für das leibliche Wohl von Besuchern und Ausstellern.

Die erste Adresse für den Karrieretag

Die Rochowschule in Pritzwalk hat als Veranstaltungsort an diesem Sonnabend Premiere

Für den Prignitzer Karrieretag gab es eine Vorbereitungsveranstaltung in der Pritzwalker Rochowschule. René Georgius von der IHK und Kirsten Gmirek von der Kreishandwerkerschaft informierten Zehntklässler über ihre Möglichkeiten. FOTO: BERND ATZENROTH
Für den Prignitzer Karrieretag gab es eine Vorbereitungsveranstaltung in der Pritzwalker Rochowschule. René Georgius von der IHK und Kirsten Gmirek von der Kreishandwerkerschaft informierten Zehntklässler über ihre Möglichkeiten. FOTO: BERND ATZENROTH
Von Andreas König

Pritzwalk. Schulabgänger in der Prignitz haben ohnehin die Qual der Wahl: Es gibt mehr freie Ausbildungsplätze als Bewerber, so dass zumindest rechnerisch alle Schüler ihre Wunsch-Lehrstelle bekommen könnten. Das ist schon seit Jahren so. Doch nun haben die jungen Damen und Herren auch die Wahl, welchen Karrieretag sie besuchen möchten. Denn davon gibt es in diesem Jahr erstmals zwei Ausgaben. Zum einen den für den 27. Januar geplante Prignitzer Karrieretag in der Freiherr-von-Rochow-Oberschule in Pritzwalk und zum anderen den 4. Prignitzer Karrieretag am Oberstufenzentrum in Wittenberge drei Wochen später, am 17. Februar.

„Es gab schon im der Vergangenheit reges Interesse von Unternehmen aus Pritzwalk und Umgebung, hier einen Karrieretag anzubieten“, sagt Kirsten Gmirek, die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft. „Wir hatten auch schon mehrfach vorgeschlagen, den Karrieretag abwechselnd in Wittenberge und Pritzwalk abzuhalten, zumal ja die Berufsstartermesse Go fest in Perleberg etabliert ist und die Jobstart an wechselnden Standorten stattfindet“, sagt Kirsten Gmirek. „Doch auf diesen Vorschlag gab es keine Reaktion.“ Der Druck der Unternehmen sei letztlich so groß gewesen, dass man ihnen eine Alternative anbieten wollte.

Kirsten Gmirek und René Georgius bereiten den Prignitzer Karrieretag vor. FOTO: ANDREAS KÖNIG
Kirsten Gmirek und René Georgius bereiten den Prignitzer Karrieretag vor.
FOTO: ANDREAS KÖNIG
Anders sieht es der Schulleiter des Oberstufenzentrums Prignitz, Jan Meyerhoff. „Ich war nie dagegen, dass der Karrieretag auch in Pritzwalk stattfindet“, sagt er. „Aber wir als staatliche Schule können nicht einfach solch eine Veranstaltung in den Räumen eines privaten Bildungsträgers abhalten.“

Für die Kreishandwerkerschaft und das Regionalcenter Prignitz der Industrie- und Handelskammer Potsdam ist die schiere Zahl der Aussteller Bestätigung genug für den neuen Veranstaltungsort. „Wir haben 56 Unternehmen, die mit einem Stand vertreten sind und weitere fünf, die mit Hilfe von Informationsmaterial auf sich aufmerksam machen“, sagt René Georgius, Fachberater beim IHK-Regionalcenter in Pritzwalk. In der Rochowschule präsentieren sich Unternehmen vom Call Center Adecco aus Wittenberge bis zum Zahnradwerk Pritzwalk. Auch die Mitgliedsbetriebe der Kreishandwerkerschaft sind vertreten. Die Besucher erfahren Details über die verschiedenen Betriebe und Institutionen, und können Besichtigungen, Praktika, Ferienjobs, eine Ausbildung vereinbaren oder einen Arbeitsvertrag schließen.

Azubify Brandenburg
Eines zeichnet sich bereits ab: Wenn beide Karrieretage über die Bühne gebracht worden sind, werden sich die Veranstalter zusammensetzen, um künftige Aktionen zu beraten.

Info Der Prignitzer Karrieretag an der Freiherr-von RochowSchule in der Pritzwalker Nordstraße beginnt am Sonnabend, 27. Januar, um 10 Uhr und dauert bis 13 Uhr.
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