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Home Sonderthemen Kyritz Weichen stellen für die Zukunft
16:54 21.02.2018
Im vorigen Jahr hat Tischlerlehrling Martin Stendel (l.) sein Handwerk vorgestellt. FOTOS (2): PETER GEISLER

Fahrplan für Busshuttle

Abfahrt:
9 Uhr Kyritz, Bürgerpark
9.05 Uhr Kyritz, Berliner Straße
9.10 Uhr Wusterhausen, Bahnhof
9.20 Uhr Neustadt, Bahnhof
9.35 Uhr Wildberg, Markt

Ankunft: zirka 10 Uhr inNeuruppin am OSZ


Rückfahrt: 12 Uhr ab Neuruppin am OSZ
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Von Dagmar Simons

Neuruppin. Das Ziel, das mit dem Start der ersten Bildungsmesse vor zehn Jahren erreicht werden sollte, hat sich nicht geändert. „Wir wollen regionalen Unternehmen eine Plattform bieten, sich Schulabgängern zu präsentieren“, sagt Falko Stephan, Leiter des Regionalcenters der Industrieund Handelskammer (IHK) in Neuruppin.

Gewandelt hat sich der Anlass zu einer derartigen Messe. Waren es zu Beginn die Jugendlichen, die wegen fehlender Berufsaussichten wegzogen, ist es jetzt der Fachkräftemangel, der die Arbeitgeber veranlasst, solche Wege zu gehen und sich so die Möglichkeit zu erschließen, wie Falko Stephan sagt, „sich ihren eigenen Nachwuchs zu backen“.

Das Interesse an der Bildungsmesse, die am Sonnabend, 24. Februar, von 9 bis 12 Uhr im Oberstufenzentrum Ostprignitz-Ruppin (OSZ), Alt Ruppiner Allee 39, in Neuruppin stattfindet, ist groß. Eine Woche nach Anmeldestart waren alle Stände ausgebucht. 67 Unternehmen stellen sich vor. Die beste Gelegenheit für Schulabgänger, sich eingehend mit möglichen Ausbildungen und den Firmen zu beschäftigen. „Wir könnten locker 80 Betriebe hier haben. Aber wir wollen ja die Schulabgänger in der Region halten“, sagt Peter Wagner von der städtischen Wirtschaftsförderung Inkom. Deshalb liegt der Fokus auf Betrieben im Umkreis, also Neuruppin, Rheinsberg, Fehrbellin, Kyritz und Wittstock.

„Rein theoretisch haben wir mehr Ausbildungsplätze als Bewerber“, so Stephan. In der Praxis gibt es aber weiter Berufe, die so beliebt sind, dass es mehr Interessenten als Plätze gibt. Nach wie vor wollen die meisten Verkäufer Kfz-Mechatroniker oder Einzelhandelskaufmann werden.

Dass es daneben noch eine Vielzahl anderer interessanter Berufe gibt, erfahren Schulabgänger auf der Messe, die eine „Berufsorientierung zum Anfassen“ bietet, wie Cornelie Schlegel, Chefin der Arbeitsagentur Neuruppin, sagt. Die Schulabgänger können mit möglichen Chefs ins Gespräch kommen und sich von Auszubildenden über deren Erfahrungen berichten lassen. Interessierte haben die Möglichkeit, sich neben Ausbildung über Praktika, Studien und Ferienarbeit zu informieren.

Die Unternehmen stellen sich in der Cafeteria, der Aula und allen vier Häusern des OSZ vor. Die Cafeteria ist allein dem Handwerk vorbehalten. Von Friseuren über Maler, Tischler, Metallbauer bis hin zur Kfz-Branche und Elektrik sind alle Gewerke vertreten. In der Aula finden sich neben vielen anderen die Ruppiner Kliniken, die Deutsche Bahn, Krankenkassen, regionale Hotels und Banken. Im Haus D werben die Fachhochschule der Polizei und das Neuruppiner Amtsgericht um Nachwuchs, im Haus A die Fleischerinnung und das Jobcenter. Hier können sich die Bewerber auch fotografisch gleich ins richtige Licht rücken lassen.

Im Außengelände steht ein beheiztes Zelt der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg, in dem sich unter anderem die Meyenburger Möbelwerke, die Technische Hochschule Brandenburg, Hüffermann Transportsysteme und die Rohrlacker Bäckerei Vollkern präsentieren. Ebenfalls im Außenbereich befinden sich die Bundeswehr mit ihrem Ausbildungstruck und die Ruppiner Kliniken mit einem Rettungswagen. Außerdem begleitet das BB-Radio die Messe.


Bundesagentur für Arbeit Neuruppin

„Die Zeiten, in denen Azubis Kaffee kochen und fegen mussten, sind vorbei. Heute werden sie vom ersten Tag an in den Betriebsablauf eingebunden. Die Unternehmen wollen ja ihre eigenen Fachkräfte heranziehen“, sagt Falko Stephan.

Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob man einen Ausbildungsplatz findet, sondern, ob es der ist, der zu einem passt. Das herauszufinden, ist ein Anliegen der Veranstalter. Denn etwa 30 Prozent der Auszubildenden brechen ihre Lehre ab. „So eine Abbrecherquote können wir uns nicht leisten,“ sagt Gunhild Brandenburg von der Kreishandwerkerschaft. Praktika, Ferienjobs und eine ausführliche Beratung sollen helfen, eine richtige Entscheidung für die berufliche Zukunft zu treffen. Der Besuch der Bildungsmesse ist eine Möglichkeit, den passenden Beruf zu finden.


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