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Es hämmert, es pocht, es dröhnt: Kopfschmerzen. Über 50 Millionen Deutsche leiden unter ihnen zumindest zeitweise oder oft auch chronisch. Neben dem schnellen Griff zur Tablette gib es verschiedene Arten der Prävention, um dem Leid vorzubeugen.

Zunächst einmal geht es um eine erste Einordnung des Schmerzes. Kopfschmerzen können akut oder chronisch verlaufen. Die beiden häufigsten Formen sind Spannungskopfschmerzen und Migräne. Erstere äußern sich typischerweise beidseitig in einem drückenden und dumpfen Schmerz, der zwischen 30 Minuten und sieben Tagen andauern kann. Bei Migräne treten halbseitige, pulsierende und anfallartige Kopfschmerzen auf, die von Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen oder Lichtempfindlichkeit begleitet werden können. Frauen leiden drei Mal häufiger als Männer unter Migräne.

„Ich rate Betroffenen dazu, ein Schmerztagebuch zu führen“, sagt Gerd Herold, Beratungsarzt der Krankenkasse pronova BKK. So ließen sich mit der Zeit meist Rückschlüsse zu möglichen Schmerzauslösern ziehen. Bestimmte Lebensmittel etwa können Kopfweh verursachen. Wenn sich Unverträglichkeiten zeigen, sollte die individuelle Ernährung nach Möglichkeit umgestellt werden. „Auch Stress ist ein häufiger Grund für Kopfschmerzen. Leider sind wir heutzutage zahlreichen Belastungen ausgesetzt“, so Herold.

Der Mediziner hat einige Tipps, um möglicherweise Kopfschmerzen gar nicht erst entstehen zu lassen.

Reizüberflutung vermeiden
Ein Mittel kann etwa sein, auf eine übermäßige Nutzung digitaler Medien zu verzichten.

Vorausschauend planen
So sollten laut Herold Zeitreserven in den Tag integriert werden, um Zeitknappheit und Stress zu umgehen.

Geregelter Tagesrhythmus
Für einen geregelten Tagesrhythmus mit regelmäßigen Essens- und Schlafenszeiten sowie für feste Ruhe- und Entspannungspausen sollte gesorgt sein.

Perfektionismusverzicht
Auf allzu große Detailbesessenheit und Akribie bei täglichen Handlungen sollte verzichtet werden.

Fitness
Bewegung und Sport in den Alltag integrieren.

Arztbesuch
Bei länger andauernden Beschwerden sollte ein medizinischer Spezialist aufgesucht werden, um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen.

Je nach Ursache und Ausprägung der Symptome sind die klassischen Therapieansätze von Kopfschmerzen unterschiedlich. Entspannungstraining, Homöopathie, Akupunktur oder Medikamententherapie sind dabei aktuell die gängigsten Behandlungsmethoden.

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Patienten werden selbst zu Ärzten

Immer mehr Menschen neigen bei Erkältung und Kopfschmerzen mit dem Griff in die Hausapotheke zur Eigentherapie

Die Hausapotheke kann auch Risiken bergen. FOTO: DPA
Die Hausapotheke kann auch Risiken bergen. FOTO: DPA
Im Herbst mit seinem nasskalten Wetter werden Millionen Deutsche wieder zu ihrem eigenen Arzt. Ob Erkältung oder Kopfschmerzen: Statt einen Mediziner zu fragen, greifen sie lieber selbst in den Arzneischrank – Risiken und Nebenwirkungen inklusive. Laut einer Forsastudie nimmt je nach Region ein Viertel der Befragten bei Beschwerden mindestens einmal im Monat rezeptfreie Medikamente.

Dass auch rezeptfreie Mittel den Körper belasten können, wissen der Forsa-Studie zufolge die meisten Befragten. Nur acht Prozent werfen bei einem neuen Medikament keinen Blick auf den Beipackzettel. Für mehr Informationen über Wirkung, Inhalt und Nebenwirkungen vertrauen die Befragten ihrem Arzt (23 Prozent) oder Apotheker (42 Prozent).

Experten sehen den Trend zur Eigentherapie mit gemischten Gefühlen. Selbstmedikation ohne Beratung oder eine blinde Bestellung in anderen Vertriebskanälen kann gefährlich werden, heißt es sogar bei Apothekerverbänden, die den eigenen Mitgliedern eine gewisse Filterfunktion zukommen lassen.

Schätzungen zufolge gibt jeder Deutsche jährlich schon knapp 50 Euro für Selbstmedikation aus. Gut ein Drittel der Mittel, die über den Ladentisch der Apotheke gehen, ist demnach heute bereits rezeptfrei.

Längst haben Pharmakonzerne den Trend zur Selbstversorgung gegen Schnupfen, Husten, Heiserkeit und vieles anderes erkannt. Das Geschäft mit schmerzlindernden Mitteln, die rezeptfrei und ohne fachlichen Rat gehandelt werden, boomt. Die Tendenz ist steigend, nicht nur der demografischen Entwicklung wegen.
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