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Von Natalie Preißler 

Ein wenig Melancholie und Trübsal blasen ist in der dunklen Herbst- und Winterzeit nicht unüblich. Das fehlende Tageslicht schlägt vielen Menschen aufs Gemüt. Bleibt die schlechte Stimmung jedoch über Wochen oder sogar Monate hinweg, besteht die Möglichkeit, in eine seelische Schieflage zu geraten. Hier empfiehlt es sich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ulrike Neuß ist Heilpraktikerin für Psychotherapie in Jeserigerhütten im Hohen Fläming. Sie begleitet Menschen mithilfe einer Gesprächstherapie dabei, aus eigener Kraft wieder die innere Mitte zu finden und den Lebensweg mit neuer Energie und Motivation weiter zu beschreiten. Seit zehn Jahren praktiziert die 64-Jährige im Gemeindeteil von Wiesenburg/Mark und verrät, mit welchen einfachen Alltagstipps erst gar keine schlechte Stimmung aufkommen muss. Damit der „Winterblues“ nicht zu einer depressiven Stimmung wird.

"Beim Singen kann sich die Seele in all ihren Stimmungen ausdrücken."

Ulrike Neuß, Heilpraktikerin für Psychotherapie

1. Licht ins Leben bringen: Die Nordlichter in Skandinavien machen es vor. Wenn dort die Tage immer kürzer werden, bis es in den nördlichen Regionen Norwegens teils wochenlang gar nicht mehr richtig hell wird, wird sich Licht gemacht. Im Norden Europas werden dazu gern Lichtduschen genutzt, die so besonders intensives Licht ausstrahlen. Wer nicht allein vor der Lampe sitzen möchte, kann in Schweden zum Beispiel Licht-Cafés besuchen.

Hierzulande eignen sich Tageslichtlampen, um auch bei früher Dunkelheit genügend Licht zu tanken, um nicht von der Müdigkeit übermannt zu werden. Zudem spenden Kerzen zusätzliches Licht.

Bewegung an der frischen Luft hellt die Stimmung auf und macht gute Laune. FOTOS: PIXABAY
Bewegung an der frischen Luft hellt die Stimmung auf und macht gute Laune. FOTOS: PIXABAY

2. Zwischenmenschliche Nähe: Nicht nur die Wärme des Lichts hellt die Stimmung auf. Wer in den dunklen Monaten bewusst mehr Zeit mit Freunden und Familie verbringt, vielleicht bei einem guten gemeinsamen Essen, füllt den Energietank des Körpers mit positiven Emotionen. Intensive soziale Kontakte helfen durch triste Tage und sorgen für einen ausgeglichenen Gefühlshaushalt.

3. Gemeinsames Singen: In Herbst und Winter ziehen sich die Menschen gern nach Drinnen zurück. Dies kann neben dem eigenen Zuhause doch auch mal ein Probenraum des Chores oder der Singgruppe aus der Umgebung sein. „Beim Singen kann sich die Seele in all ihren Stimmungen ausdrücken“, sagt Ulrike Neuß. Es kostet ein bisschen Überwindung, aber es lohnt sich.

4. Wohlfühlprogramm:
Ein Klassiker unter den Stimmungsaufhellern: Ein Schaumbad, Kerzenlicht und die Lieblingsmusik im Hintergrund. Entspannung pur für Stressgeplagte und winterliche Stimmungstiefs. Doch nicht jedem liegt das Relaxen im Schaumbad. Hier tun sich weitere einfache, aber wirkungsvolle Strategien auf. Von der Massage über den Thermenbesuch bis zum Aktivwerden beim Lieblingssport sind die Möglichkeiten für das ganz persönliche Wohlfühlprogramm vielfältig.

5. Bewegung an der frischen Luft: Ein ausgedehnter Spaziergang möglichst noch bei Tageslicht liefert dem Körper Reserven für stressige arbeitsreiche Tage. Richtig abschalten funktioniert am besten, wenn das Smartphone nicht mitgenommen wird. So kommt man nicht in Versuchung, doch mal zu schauen, was in der Mailbox oder den sozialen Netzwerken passiert.

Mit dem wachsenden Bewusstsein und der abnehmenden Tabuisierung psychischer Krankheiten wächst auch die Zahle jener, die sich mit ihrer anhaltenden Missstimmung vertrauensvoll an Profis wenden. Das Leben in einer stetig anspruchsvolleren Leistungsgesellschaft und der täglich wachsende Informationsfluss zwingen die Menschen in ein Stress-Korsett. „Sich Ruhepausen gönnen und die Zeit nehmen, einfach mal nur die Wolken am Himmel zu zählen, haben wir verlernt“ sagt Ulrike Neuß. Wer Herbst und Winter gesund und glücklich erleben möchte, sollte sich ein Beispiel an der Natur nehmen.

Es muss ja nicht gleich der Winterschlaf sein. Ab und zu mal runterzufahren, kann Großes vollbringen.
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